
Im ersten Teil des Kite Aufbaus haben wir uns dem Kite gewidmet, jetzt geht es weiter mit der Bar. Diese muss hundertprozentig sauber ausgelegt werden, damit es beim Starten des Kites keine Probleme gibt.
Achte darauf, dass du in Richtung Lee genügend Platz hast, um deine Bar auszulegen. Warum Lee? Am Strand sieht man beide Varianten – Bar nach Luv oder nach Lee auslegen. Doch nach Lee ist die deutlich sicherere Methode, und genau diese empfehlen wir. Später gehen wir noch auf die Vor- und Nachteile beider Varianten ein.
Bar richtig auslegen
Schnapp dir jetzt zuerst deine Bar und wickel sie vom Kite aus in Richtung Lee ab. Sobald du fertig bist und den Barholm frei von Leinen in der Hand hältst, lege die Bar so auf den Boden, dass sie verkehrtherum liegt – also mit der Signalseite nach rechts.
Die Signalseite hat je nach Marke unterschiedliche Farben, also stelle sicher, dass du genau weißt, welche Seite links und welche rechts ist. Später, wenn der Kite in der Luft ist, soll die Signalseite an deiner linken Hand sein.
Da unser Kite beim Kite Aufbau aktuell noch falschherum liegt und wir die Leinen in Richtung Lee ausgelegt haben, muss auch die Bar verkehrt herum auf dem Boden liegen – so ist später beim Starten alles korrekt ausgerichtet.
Leinen richtig auslegen und entwirren
Achte darauf, dass dein Quickrelease hinter dem Barholm liegt und nicht zwischen den Leinen. Jetzt wollen wir die Leinen sauber ablaufen, sodass alle vier Leinen frei und geordnet liegen.
Du kannst entweder alle vier Leinen gleichzeitig ablaufen oder erst die Steuerleinen und dann die Powerleinen. Falls deine Bar stark verheddert ist, empfehle ich die zweite Variante.
Wenn du alle vier Leinen gleichzeitig ablaufen möchtest, kannst du dich entweder in die Mitte der Leinen stellen oder an die Seite. Gerade am Anfang ist es oft einfacher, von der Mitte aus zu starten.
Stehst du in der Mitte und hast alle vier Leinen getrennt voneinander in die Hand genommen, kannst du sie nun in eine Hand legen, indem du sie zwischen die Finger sortierst, sodass sie sauber voneinander getrennt bleiben. Mit der anderen Hand kannst du nun langsam die Leinen vorne entwirren.
Achte darauf, nicht zu stark zu ziehen! Sonst ziehst du die Bar nur weiter Richtung Luv und machst unnötige Meter über den Strand. Falls du doch etwas mehr ziehen musst, fixiere die Leinen mit einer Hand. Streiche die Leinen immer nach vorne aus, um sie sauber zu entwirren.
Es kann sein, dass bei den Powerleinen ein Übergang kommt. Manche Bars haben ein hohes V, bei dem sich die Powerleinen erst später trennen. In diesem Fall steigst du einfach einmal darüber, greifst um und machst weiter.
Sobald du am Ende angekommen bist, entwirre die einzelnen Leinen und lege sie gut sichtbar auseinander auf den Boden. Bei stärkerem Wind kannst du etwas Sand darauf geben, damit sie nicht wegwehen.Super, die Leinen liegen schon mal ordentlich!
Kite sicher anknüpfen: So befestigst du die Leinen richtig
Gehe jetzt noch einmal zu deinem Kite und überprüfe, dass alle Anknüpfpunkte frei liegen. Falls dein Kite an den Powerleinen Waageleinen hat, checke auch, ob diese sauber liegen und einwandfrei funktionieren.
Beim Anknüpfen des Kites gibt es je nach Marke unterschiedliche Systeme – entweder befindet sich die Schlaufe an der Bar und der Knoten am Kite oder umgekehrt.
Nimm dir jetzt die erste Steuerleine, forme eine Schlaufe und setze diese hinter den Knoten am Kite. Falls du dir nicht mehr sicher bist, wie die Schlaufe richtig gebildet wird, schau dir hier das Video an:
An den Steuerleinen hast du oft mehrere Möglichkeiten, den Kite anzuknüpfen. Meistens gibt der Hersteller an, welchen Knoten du verwenden solltest. Falls nicht, wähle entweder den mittleren oder den ersten Knoten. Am wichtigsten ist, dass du bei beiden Steuerleinen die gleiche Position verwendest.
Bei den Powerleinen gibt es in der Regel nur eine Möglichkeit zum Anknüpfen.
Sind deine Leinen angeknüpft, überprüfe sie noch einmal sorgfältig, um sicherzugehen, dass die Schlaufen fest hinter den Knoten sitzen. Durch den Zug des Kites zieht sich die Schlaufe automatisch fest und kann nicht abrutschen. Liegt die Schlaufe jedoch direkt auf dem Knoten, kann sie sich lösen – also lieber zweimal kontrollieren!
Letzter Check vor dem Start
Jetzt machen wir noch einen letzten Check. Da wir zum Starten des Kites wieder zur Bar laufen, können wir unterwegs gleich unsere Steuerleinen in die Hand nehmen und bis zur Bar mitlaufen, um sicherzustellen, dass sie nicht mit den Powerleinen verdreht sind.
Passt alles? Dann ist der Kite Aufbau abgeschlossen!
Überprüfe abschließend, ob dein Quickrelease einwandfrei funktioniert und kein Sand dazwischen ist. In einer Notsituation muss es reibungslos auslösen, daher solltest du es regelmäßig testen.
Jetzt bist du bereit, deinen Kite zu starten!
Lass uns noch kurz darauf eingehen, warum wir unsere Bar in Richtung Lee und nicht in Richtung Luv auslegen.
Vorteile der Bar-Ausrichtung in Richtung Lee:
✅ Besserer Überblick: Der Kite liegt offen vor uns, sodass wir die Anknüpfpunkte direkt sehen und sauber befestigen können.
✅ Sicherer Start: Beim Starten stehen wir nicht direkt im Wind und können kontrolliert zum Wind hochgehen, bis der Kite am Windfensterrand steht.
Nachteil der Bar-Ausrichtung in Richtung Lee:
❌ Die Bar muss verkehrt herum auf den Boden gelegt werden.
Vorteil der Bar-Ausrichtung in Richtung Luv:
✅ Die Bar kann direkt in der richtigen Position ausgelegt werden, ohne sie drehen zu müssen.
Nachteile der Bar-Ausrichtung in Richtung Luv:
❌ Schlechte Sicht auf die Anknüpfpunkte: Die Powerleinen müssen unter der Tube hervorgezogen und die Steuerleinen von außen befestigt werden.
❌ Unsicherer Start: Wir müssen erst einschätzen, wann wir nicht mehr im Wind stehen, um zu verhindern, dass wir oder unser Starthelfer vom Kite weggerissen werden.
❌ Umständlicher für den Starthelfer: Er muss über die Leinen steigen, um den Kite in die Startposition zu bringen.
Ein sauberer und durchdachter Kite Aufbau ist die Grundlage für einen sicheren und entspannten Kitesurf-Tag. Wenn du alle Schritte beachtest, deine Leinen richtig auslegst, die Bar in Richtung Lee positionierst und vor dem Start einen letzten Check machst, kannst du viele potenzielle Fehler und Gefahren vermeiden.
Denke daran: Die meisten Unfälle passieren beim Starten und Landen. Nimm dir die Zeit für einen gründlichen Aufbau – das zahlt sich auf dem Wasser aus! Falls du beim Starten und Landen noch unsicher bist, keine Sorge! Ich werde bald einen Blogartikel dazu schreiben, in dem du alles findest, was du für einen sicheren Start und ein ruhiges Landen wissen musst.